queer normal machen

Ein Kommentar zu Charlies Blogpost Kartenhaus der Normalität

Es ist interessant, über Normalität nachzudenken. Erster Reflex: „Normal“, also durchschnittlich, wer will denn das schon sein – ich jedenfalls nicht, ich bin besser, nämlich überdurchschnittlich! Zweiter Reflex: ich will ganz „normal“ dazugehören, und nicht als Andersartiger eine Sonderrolle spielen müssen. Und damit beginnen die Probleme: mir wird von den Anderen Weiterlesen

Die queere Lichtung im Wald der Hetero-Dominanz

Ein Kommentar zu Charlies Blogpost Heten, Cissys, Stinos – Der Mittelpunkt der Welt

Ich bin kein „queerer Mensch“. Der Vorteil des Queer-Begriffes wäre eben gerade der Verzicht auf die Schubladen-Identitäten wie schwul oder lesbisch. Das Queere, das Schräge ist norm-übertretendes Verhalten, es ist eine über die Norm hinaus gehende Emotionalität, aber es ist keine andersartige Menschensorte. Queerness ist die Option, das Leben Weiterlesen

Bedingungsloses Grundeinkommen – ein Kapitalismus-kompatibles Modul mit kommunistischen Nebenwirkungen

Veröffentlicht in „contraste“ April 2015

Soziale Bodenlosigkeit – dies ist die allgemein als natürlich und alternativlos geltende Rahmenbedingung unserer kapitalistischen Arbeitsgesellschaft. Wer sich – sei es im Job, sei es im Jobcenter – nicht bemüht (und nicht zufällig Vermögen hat, oder vermögende Angehörige), fällt ins Bodenlose.

Jedoch ist dieser Verdienst-Extremismus kein unabänderlicher und ewiger Naturzustand, sondern eine absichtsvoll hergestellte Drohkulisse: Jeder Job sei besser als Hartz IV. Weiterlesen

Elias Canetti und unsere Arbeitsgesellschaft: Jeder Befehl, den du ausführst, bleibt als Stachel in dir

Veröffentlicht in „contraste“ September 2014

Elias Canettis Ziel war es, dem 20. Jahrhundert „an die Gurgel zu gehen“, zu erklären, wie der Nationalsozialismus diese massenhafte Zustimmung erfahren konnte. In „Masse und Macht“ (1) beschreibt Canetti die Eigendynamik der Masse. Sehr plausibel und ungeheuer beunruhigend ist seine Darstellung des Zusammenhangs von Macht und Tod.

Über Wirtschaft und Arbeit äußert sich Canetti nicht mit den gängigen Begriffen. Doch wer das Kapitel über den Befehl, „das gefährlichste einzelne Element im Zusammenleben von Menschen“ (S. 393) verstanden hat, wird arbeitsgesellschaftliche Normalitäten wie „Weisungen“, oder „Zielvereinbarungen“ danach nie mehr als Harmlosigkeiten sehen können. Weiterlesen