Man sollte anderen keine Arbeit machen ….

…. und wenn doch, wenn ich z.B. um 23 Uhr im Supermarkt einen Regaleinräumer, der sichtlich lieber etwas anderes machen würde als das was er gerade tut, mit einer Frage belästige, dann möchte ich ihm zumindest irgendwie deutlich machen, dass ich die Situation genauso peinlich finde wie er, vielleicht mit einem visitenkartengroßen Flyer mit diesem Inhalt.

Bedingungsloses Grundeinkommen – ein Kapitalismus-kompatibles Modul mit kommunistischen Nebenwirkungen

Veröffentlicht in „contraste“ April 2015

Soziale Bodenlosigkeit – dies ist die allgemein als natürlich und alternativlos geltende Rahmenbedingung unserer kapitalistischen Arbeitsgesellschaft. Wer sich – sei es im Job, sei es im Jobcenter – nicht bemüht (und nicht zufällig Vermögen hat, oder vermögende Angehörige), fällt ins Bodenlose.

Jedoch ist dieser Verdienst-Extremismus kein unabänderlicher und ewiger Naturzustand, sondern eine absichtsvoll hergestellte Drohkulisse: Jeder Job sei besser als Hartz IV. Weiterlesen

Elias Canetti und unsere Arbeitsgesellschaft: Jeder Befehl, den du ausführst, bleibt als Stachel in dir

Veröffentlicht in „contraste“ September 2014

Elias Canettis Ziel war es, dem 20. Jahrhundert „an die Gurgel zu gehen“, zu erklären, wie der Nationalsozialismus diese massenhafte Zustimmung erfahren konnte. In „Masse und Macht“ (1) beschreibt Canetti die Eigendynamik der Masse. Sehr plausibel und ungeheuer beunruhigend ist seine Darstellung des Zusammenhangs von Macht und Tod.

Über Wirtschaft und Arbeit äußert sich Canetti nicht mit den gängigen Begriffen. Doch wer das Kapitel über den Befehl, „das gefährlichste einzelne Element im Zusammenleben von Menschen“ (S. 393) verstanden hat, wird arbeitsgesellschaftliche Normalitäten wie „Weisungen“, oder „Zielvereinbarungen“ danach nie mehr als Harmlosigkeiten sehen können. Weiterlesen