Mögliche weitere Queeronauten-Themen

Hier eine Liste von Themen und Fragestellungen für die „Queeronauten“, die Theorie-Gruppe von Queergeist, http://www.queergeist.com/aktivit%C3%A4ten/gruppen/, die ich besonders interessant finde.

1. Inwiefern bin ich verantwortlich für das was ich bin?
Sartre: jeder Mensch lebt seine „Wahl“, seinen Lebensentwurf, für die er / sie verantwortlich ist.
Freiheit und Determinierungen – wofür sind wir verantwortlich, wofür nicht?
Identität, Selbsterfahrung: das, was ich bin, erfahre ich über die anderen.
Die LBGTIQ-Identitäten: Woher das Bedürfnis nach Nicht-verantwortlich-sein?

2. Was ist erfolgreiches Stigma-Management?
Was sind würdige /selbstbewusste /aufrechte Reaktionen auf Fremdzuschreibungen,
und was wäre unterwürfig-unwürdiges „Appeasement“?
Bedeutung der „Geusenwörter“: schwul, lesbisch, queer, Krüppelbewegung, Irrenoffensive, Schlampe, Christ, Hexe, glückliche Arbeitslose, Parasit …

3. „Queer“ als Schubladen-Verweigerung und Norm-Verweigerung
Infragestellung der Geschlechts-Norm, der Normen der sexuellen Orientierung;
Weigerung, sich identitär „feststellen“ zu lassen;
Irritation, Störung, Verstörung als anti-autoritäre Kommunikation;
das Etablierte in Frage stellen, das Gegenmittel zur gedanklichen und emotionalen Erstarrung; „es gibt kein Recht auf Denkfaulheit“;
Offenheit gegenüber Abweichungen; Konflikt-Kompetenz, Anti-Harmonismus;
eine robuste, „anti-fragile“ Gesellschaft wäre eine in diesem Sinne queere Gesellschaft.

4. Wie mehr Toleranz / Akzeptanz erreichen?
Was hat historisch zu mehr Toleranz / Akzeptanz geführt?
Wie bedeutend waren Argumente, Erzählungen, Identitätskonzepte, Medien, Spiritualität, Charisma, gewaltsamer Kampf, … ?
Wie können wir (privilegierte Erste-Welt-Leute) möglichst intelligent, schnell und nachhaltig die Situation in anderen Regionen verbessern helfen, z.B. in Uganda, China, islamischen Ländern, intoleranten Communities hierzulande, … ?

5. Wie vertragen sich queer und die Religionen?
Religionen streben nach Befreiung von den „niederen“ Leidenschaften und insofern nach „Reinheit“.
Queer bedeutet Anerkennung, Bejahung, Kultivierung der Begierden und Leidenschaften.
Die Fromme fühlt sich frei, wenn sie ihre Leidenschaften überwunden hat;
die Queere fühlt sich frei, wenn sie ihre Leidenschaften entfalten kann.

6. „Queer“ als Projektionsfläche, als diesseitige Paradies-Metapher
Das Leben als Roman, „riskant leben“ (Kommunikation, Gefühle); ein volles Leben.
Mehr sexuelle Optionen; den Sympathien nachgehen, sich nicht durch unsinnige Normen einengen lassen, Bisexualität/ Pansexualität, Polyamorie;
„sexuelle Minderheiten in sich selber“ entdecken und willkommen heißen.

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